Die Klasse 5d beschäftigte sich gemeinsam mit ihrer Klassenlehrerin Frau Scholz mit dem Thema Abreißzettel. Dabei wurde besprochen, wo solche Zettel im Alltag zu finden sind, wofür sie genutzt werden, welche Themen sich auch im schulischen Kontext eignen und wie ein typischer Abreißzettel aufgebaut ist. Anschließend entwickelten die Schülerinnen und Schüler eigene Ideen und setzten diese kreativ um.
Im weiteren Verlauf stand die Frage im Mittelpunkt, dass Kunst vergänglich sein kann und nicht immer für die Ewigkeit geschaffen sein muss. Das Projekt bot eine schöne Gelegenheit, diesen Gedanken aufzugreifen. Gemeinsam wurde überlegt, woran erkennbar ist, dass ein Kunstwerk „funktioniert“. Anders als bei vielen anderen Kunstprojekten ging es hierbei nicht darum, dass etwas dauerhaft erhalten bleibt oder ausschließlich schön aussieht. Vielmehr zeigte jeder abgerissene Zettel, dass das Kunstwerk Interesse geweckt hatte und seine Idee bei anderen angekommen war.
Auf diese Weise konnten die Kinder erfahren, dass ihr Kunstwerk nicht zerstört wird, wenn sich etwas verändert. Gerade diese Veränderung und Nutzung sind Teil des künstlerischen Konzepts. Jeder abgerissene Zettel machte sichtbar, dass sich jemand dafür interessiert hatte – und genau darin erfüllte das Werk seine Aufgabe.
Besonders schön war anschließend die Begeisterung der Schülerinnen und Schüler nach dem Aufhängen der Abreißzettel. In jeder Pause gingen sie gespannt durch das Schulhaus, um nachzusehen, ob bereits Zettel fehlten. Wenn die ersten Zettel abgerissen waren, kamen sie voller Stolz zurück. Für viele wurde in diesem Moment ganz greifbar, dass ihr Kunstwerk genau das erreicht hatte, was es sollte.
